Gut viele von euch kennen ihn sicher aus der Agentur oder vom Arbeitsweg, wenn er jeden Morgen, wie ungefähr 75% der Mitarbeiter von Interwall mit der Straßenbahnlinie 3 das Europahafen-Gebiet betritt.
Jeden Tag erscheint er, in den Augen diesen tiefgreifenden, melancholischen Blick und das wirre Haar perfekt gestylt und stets pünktlich in der obersten Etage des Port 04.
Aber … wer ist Henry eigentlich? Was macht er hier?
Er arbeitet! Was denn sonst ..? Gut, vielleicht nicht so wie die anderen Interwaller:
Den ganzen Tag am PC sitzen, Banner erstellen, mit Kunden telefonieren und über den neuesten Boulevard-Kram zu quatschen, ist nicht so seine Attitüde.
Nein! Henry’s Arbeit ist eine andere…
Und auch wenn er ein vielbeschäftigter Arbeiter und Kreativer ist, der nebenbei für die gute Stimmung in der Agentur zuständig ist, hat er doch Zeit gefunden sich für ein kurzes Gespräch mit mir zusammenzusetzen… auf dem Boden.
Inga:
„Henry, das wirft bei mir gleich die erste Frage auf. Du arbeitest gerne und vorzugsweise auf dieser Luftebene der Etage?“
Henry:
„Körperbedingt ist mir das leider anderes nicht möglich, aber es hat auch seine Vorteile:
Ich kann anstatt neben den Schreibtischen unter ihnen hindurch laufen, was nicht nur Zeit spart, sondern auch noch Spaß bringt, da alle einen Schrecken bekommen, wenn ich auf einmal auf/unter/neben ihren Füßen stehe. In den Pausen kann ich auf den Sonnenflecken, die durch die großen Fensterscheiben des Hochhauswürfels fallen, liegend bestimmt besser als alle anderen in ihren Sitzsäcken entspannen. Obwohl ich die auch noch mal ausprobieren muss. Vielleicht wenn Olli nicht gerade in der Nähe ist…“
Inga:
„Olli .. womit wir schon bei der nächsten Frage wären.
Ich persönlich kenne dich ja nun knapp eine Woche, kürzer als wahrscheinlich alle anderen hier aber Olli kennt dich schon lange. Ihr habt ein außerordentlich gutes Verhältnis zueinander. Stimmt das?“
Henry:
„Ja, Olli und ich sind so was wie beste Kumpel und Lebenspartner gleichzeitig. Fünf Jahre leben wir jetzt schon zusammen, seit er mich aus dem Heim geholt hat und bisher ist immer alles gut gelaufen. Er verteidigt mich auch, wenn mal wieder das böse Gerücht aufkommt, ich hätte künstliche Wimpern und eine zu große Ähnlichkeit mit Melanie Griffith .. an mir ist nämlich alles echt. Dafür kann ich mit meinem Gebelle HSV-Fans vertreiben.“
Inga:
„Gut Henry eine Frage hätte ich noch:Wie verbringst du deine Mittagspause?“
Henry:
„Oh ich ziehe dem Kantinenfraß deutlich die Überreste in der Küche oder meinem eigenen Essen vor. Wenn ich Glück habe, gehen Olli und ich auch mal spazieren.“
Ich bedanke mich für das Gespräch bei Henry, was er mit einem Augenzwinkern abwinkt… Zum Abschied drückt er mir noch seine feuchte Nase auf den Handrücken und verschwindet dann mit einem leichten Schwanzwedeln um die nächste Ecke.

